Minzherde

Die Minzherde besteht aus einer bunten Mischung verschiedener Schafrassen, die jeweils ihre eigenen Verhaltensweisen und Charakterzüge mit sich bringen. Wir möchten Ihnen die "Grundrassen" aus der Minzherde hier etwas genauer vorstellen. Eine Rassezucht wird in unserer Herde nicht verfolgt. Wir möchten eine extensive Herde, die für die Landschaftspflege und mit den dort vorherschenden Bedingungen bestens zurecht kommt.

Coburger Fuchs

Das Coburger Fuschsschaf zählt zu den Hausschafen und ist durch seine Anspuchslosigkeit vorallem auf kargen Mittelgebirgslandschaften verbreitet gewesen. Seit 1966 ist es als eigenständig Schafsrasse anerkannt. Mittlerweile zählt der Coburger Fuchs zu den bedrohten Haustierrassen.

Das besondere an dieser Rasse ist die Färbung der Lämmer. Wenn diese zur Welt kommen sind sie Rot/Braun gefärbt, wie ein Fuchs. Im Laufe ihrer Jugend verliert das Fell die Farbe und das Flies wird fast Weiß mit einem rötlichen Schimmer im Inneren (goldenes Vlies). Nur Kopf, Beine und der Bauch behalten die rötliche Färbung. Besonders bei Böcken ist noch eine rötliche Mähne am Halsansatz zu erkennen.

 


Zackelschaf

Diese Rasse stammt aus dem Gebiet des heutigen Ungarn und wurde von der dortigen Bevölkerungsgruppe wahrscheinlich bereits vor 1100 Jahren mitgebracht. Bis ins 18. Jahrhundert war es dort die häufigste Schafrasse. Heute ist es im Bestand stark gefährdet.

Die Zackelschafe ist klein bis mittelgroß. Das charakteristischste Merkmal dieser Rasse sind die korkenzieherartig gedrehten, v-förmigen Hörner, die bei weiblichen und männlichen Tieren auftreten. Allerdings tragen die Böcke meist viel längere Hörner. Bei dieser Schafrasse gibt es eine weiße und eine schwarze Variante, wobei in unserer Herde nur die schwarzen Tiere vorkommen. Das Vlies weist eine grobe, lockig-lange Wolle auf. Mit dem Alter nimmt es, besonders von den Spitzen her, aber eine graue Färbung an. Vom Wesen sind sie eher lebhaft, ständig Wachsam und sehr scheu aber auch robust und äußerst Widerstandsfähig, besonders gegen Krankheiten.

Des weiteren geben die Muttertiere viel Milch, die aber bei uns nur den Lämmern zugute kommt.


Soayschaf

Die Soayschafe sind sozusagen unsere „urigsten“ Tiere. Die Rasse stammt noch aus den Neolithikum, vor etwa 5000 Jahren, als Menschen anfingen die ersten Nutztiere zu domestizieren. Dass sie heute in seiner Urtümlichkeit erhalten ist, liegt daran, dass die Schafe auf dem entlegenen St. Kilda-Archipel nordwestlich, auf der 99 ha großen Insel Soay (im nordischen Sprachgebrauch bedeutet der Name Soay Schafinsel; Altnordisch Seyðoy; modernes Isländisch Sauðey) überlebt haben. Sie wurden wahrscheinlich von frühen Siedlern dorthin gebracht, zurückgelassen und verwilderten schließlich. So waren sie auch von menschlicher Einflussnahme abgeschnitten und erhielten ihren relativ wilden Entwicklungszustand. Heute ist es die primitivste Hausschafrasse Europas.

Sie sind die kleinsten Schafe in unserer Herd und haben eine kurze, hell- bis dunkelbraune Wolle und einen weißen Bauch und Hintern, der an Damwild erinnert. Die Wolle wird von Mai bis Juni abgeworfen. Hier helfen dem Schaf auch Bäume, Sträucher oder Zäune, an denen es die Wolle abstreift, weshalb hier auf oft Dergleichen auf unseren Weiden zu sehen ist. Die Schafe sehen dann oft recht zerfleddert aus, was aber kein Zeichen für eine Krankheit ist, sondern nur am Abwurf der Wolle liegt. Alle Tiere tragen, auch die Weiblichen, Hörner an deren Querfurchen man das Alter erkennen kann. Sie werden daher oft mit Ziegen verwechselt.

Auch vom Verhalten her, haben sich die Soays einiges von ihrer ursprünglichen wilden Art erhalten, wie etwa den Warnpfiff durch die Nasen, den sie bei Gefahr abgeben oder dass die schnellen Tiere sich nur mühsamer treiben lassen. Trotzdem sind die Kleinen robust und widerstandsfähig und können gut ganzjährig außen gehalten werden.

Als Vertreter des frühesten Typs domestizierter Schafe und als ältester erhaltenen Nutztiertypus überhaupt werden sie auch in verschiedenen Parks gehalten, die das Leben in der Steinzeit bzw. in der Frühzeit und im Mittelalter zeigen möchten, wie beispielsweise auf dem Gelände des Wikingermuseums Haithabu oder dem Tiroler Steinzeit-Museum Ötzi-Dorf in Umhausen.


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Texelschaf

Ursprünglich stammen diese Schafe von der niederländischen Nordseeinsel Texel. Sie zählen zu den Fleischrassen. Dementsprechend ist auch das stämmige Erscheinungsbild dieser Tiere. Sie haben einen weiß-grauen meist großen Kopf mit breiter Stirn, einen kurzen, stark bemuskelten Hals und einen breiten und kompakten Körper mit muskulösen Beinen und Rücken. Außerdem haben sie dichte weiße Wolle, die sie auch sehr widerstandsfähig und besonders geeignet für die Koppelhaltung in unserer Mittelgebirgslandschaft macht.

Sie wachsen sehr schnell und können ein Gewicht von 80 kg erreichen, wobei sie kaum Fett ansetzen.

Heutzutage werden Texelschafe hauptsächlich in den Niederlanden, Neuseeland und Australien gehalten. In Deutschland sind sie eher seltener und werden hier oft eingekreuzt.

Auch in unserer Herde werden sie nicht reinrassig gezüchtet. In den Bildern ist oft unser ältester Bock zu erkennen. Er ist ein echter Texelbock und so zutraulich, dass man sogar Kinder auf ihn setzen kann. Mittlerweile ist er auch etwas betagt, gut 10 Jahre alt, darf aber seinen Lebensabend in Ruhe bei seinen Mädels (und Kumpels) verbringen.